BDIAusgezeichnet! Master für Wibke Bruners und Edgar Hildebrand „NOAH Das jüdische Kindermuseum“ sowie Bachelor für Sophie Homrighausen „cube.“

„NOAH Das jüdische Kindermuseum“ und „cube.“ – das sind die Überschriften der beiden Abschlussarbeiten des SS 16 an der Hochschule OWL in Detmold mit dem Titel BDIAusgezeichnet! geehrt wurden. Die Bewertung von 72 Bachelor- und 16 Masterarbeiten erfolgte am 14. Juli 2016. Jury.

BDIAusgezeichnet! Master für Wibke Bruners und Edgar Hildebrand „NOAH Das jüdische Kindermuseum“

Als Ergänzung des Jüdischen Museum Berlin soll ein Kindermuseum für junge Besuchergruppen im Alter von 5-12 Jahren geschaffen werden. Mit dem Kindermuseum soll dauerhaft eine neue Ausstellung entstehen, ein lebendiger Kulturort, der die Wissensvermittlung und das Lernen zu einem unvergesslichen Ereignis werden lässt. Zentraler inhaltlicher Schwerpunkt ist die Erzählung der biblischen Geschichte der Arche des Noah.

Die ehemalige Blumengroßmarkthalle, in der das Kindermuseum untergebracht werden soll, befindet sich im zentralen Berliner Stadtgebiet des Bezirkes Friedrichshain- Kreuzberg. In direkter Nachbarschaft ist das international bekannte Jüdische Museum Berlin. Konkret soll das Kindermuseum innerhalb der derzeit ungenutzten Hallenteilfläche des Eric F. Ross Bau, auf rund 2775 m2 geschaffen werden.

Das Kindermuseum soll ein interaktiver Erlebnis- und Erfahrungsort werden, der Kinder einlädt, die Erzählung von der Arche des Noah aus verschiedenen Perspektiven zu entdecken. Die Kinder erleben in Momentaufnahmen mit allen Sinnen die abenteuerliche Rettung aus der Sicht der Tiere. Die Geschichte beginnt mit dem Betreten der Arche des Noah und endet mit dem Verlassen des Schiffes.

Das Gestaltungskonzept ist von der semantisch stark aufgeladenen Erzählung abgeleitet. Um eine klare Entwurfssprache zu vermitteln, bezieht sich die räumliche Umsetzung auf den Aspekt der ambivalenten Gefühlswelt, welche die Rettung von Mensch und Tier mit sich bringt: die menschliche VERFEHLUNG und die unerschütterliche HOFFNUNG. In der entwickelten Raumfolge lässt sich die Ausstellungsfläche in diese zwei Bereiche gliedern.

Die Besonderheit dieses Konzeptes ist das Erleben der lebensrettenden Reise aus der Sicht der Tiere. Denn diese sind die leidtragenden Geschöpfe und somit die Verlierer der Geschichte. Bekanntermaßen löste das menschliche Fehlverhalten die Katastrophe in Form einer Sintflut aus. Ungeachtet dieser Ungerechtigkeit wird diese Bestrafung kindgerecht und mit Liebe zum Detail den jungen Betrachtern näher gebracht: Am Museumseingang erhalten die Kinder eine Tieridentität, welche sie erst beim Verlassen des Museums wieder ablegen. Während des Museumsrundganges gibt es immer wieder Anknüpfungspunkte mit dem eigenen Tiercharakter, um sich besser mit ihm zu identifizieren und den Museums- besuch immersiv zu erfahren.  Darüber hinaus fließen zusätzlich grundlegende Inhalte des jüdischen Kulturgutes ein. Wibke Bruners und Edgar Hildebrand

Betreuung: Prof. Carmen Munozde Frank, Prof. Rütt Schultz-Matthes

Jurybegründung:

Die Arbeit stellt in besonderer Weise, von der Recherche über die Analyse bis hin zu einer möglichen Realisierung, den konsequenten Entwurfsweg da. Hier ist eine Geschichte mit großer szenografischer Kompetenz in eine sehr komplexe Raumstruktur umgesetzt worden und zum Leben erweckt. Idee, Konzeption, Umgang mit Raum und Art der Darstellung haben überzeugt.

Jury: Innenarchitektin Gritt Bartels, BDIA Landesvorsitzende Nordrhein-Westfalen; BDIA Innenarchitektin Karin Friedrich-Wellmann; BDIA Innenarchitekt Manfred Felix Haverkamp sowie der Preisträger des Vorjahres Sahar Khalajhedayati, Corinna Lüddecke und Timo Schröder.

 

BDIAusgezeichnet! Bachelor für Sophie Homrighausen „cube.“

KONZEPT:
Im „cube.“ werden kalte und warme Sandwiches angeboten. Es wird besonders darauf geachtet, dass alle Lebensmittel aus regionalem Bio-Anbau und Bio-Haltung kommen.
Die Lage in der Verbindungsgasse von der Einkaufsstraße mitten in der Bielefelder Altstadt zum Klosterplatz bietet eine optimale Laufkundschaft.
Die Speisekarte wird individuell genutzt. Als Gadget hat der Kunde die Möglichkeit, seine aufgegebene Bestellung verfolgen zu können.

WARUM „cube.“ ?
Die Formsprache von einem Sandwich sind zwei Dreieicke. Setzt man diese zusammen erhält man einen Cube. Durch den Farbkontrast von schwarzen Cubes und lichtgrauen Wänden entsteht eine Hierarchie, dadurch wird der Cube zum Ausdrucksträger.
Dies wird durch die unterschiedliche Haptik zusätzlich verstärkt. In der eigens entwickelten Verpackung für Kunden, die ihr Sandwich außer Haus genießen möchten, wird dieses Prinzip aufgegriffen.
Das „cube.“ bietet einen Innen- sowie einen Außenraum mit Innenhof-Charakter.
Im Innenraum steht die Theke mit hinterleuchtetem Regal im Mittelpunkt. Aus der Theke bildet sich eine Wandbeplankung; diese definiert den vorderen Bereich.
Im hinteren Bereich bilden sich zwei weitere Cubes. Auf der linken Seite bildet sich ein Bereich durch die abgehängte Decke aus. Auf der rechten Seite bildet sich ein weiterer Cube, in dem man sitzen kann. Dieser wirkt wie ein Alkoven. Die Tische werden mit Pendelleuchten beleuchtet.
Der Außenraum bildet wie im Innenraum drei unterschiedliche Cubes zum Sitzen.

INFORMATIVES:
Die Brutto-Grundfläche von „cube.“ beträgt  200 qm. Sie setzt sich aus 65 qm Außenfläche und 135 qm Innenfläche zusammen. Der Gastronomieraum beträgt 100 qm, die Küche  30 qm und die Toilette 10 qm. Insgesamt gibt es 78 Sitzplätze. Diese setzen sich zusammen aus 42 Sitzplätzen im Innenbereich und 36 Sitzplätzen Außenbereich.

Betreuung: Prof. Carsten Wiewiorra, Dipl.-Ing. Christian Schulze

Jurybegründung:

Der Entwurf zeugt von einer klaren Haltung, die sich in allen Raumkomponenten sehr konsequent ablesen lässt. Die Entwurfsverfasserin entwickelt dabei eine signifikante Ästhetik – eine Ästhetik, die auch in der Präsentation der eingereichten Unterlagen selbstbewusst und prägnant durchgehalten wird.

Jury: Innenarchitektin Gritt Bartels, BDIA Landesvorsitzende Nordrhein-Westfalen; BDIA Innenarchitektin Karin Friedrich-Wellmann; BDIA Innenarchitekt Manfred Felix Haverkamp sowie der Preisträger des Vorjahres Sahar Khalajhedayati, Corinna Lüddecke und Timo Schröder.