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Während des Studiums wurde ab und zu von den Dozenten über den BDIA oder die Architekten- kammer berichtet. Dabei ging es weniger um die „große Berufspolitik“, sondern darum Kolleginnen und Kollegen zu treffen. Es hieß immer, besonders von Prof. Rast, dass der Erfahrungsaustausch mit den Kollegen eines der wichtigsten Gründe ist, Mitglied im BDIA zu sein.
Mitglied der Architektenkammer, so hat uns Prof. Rast damals in der FH Düsseldorf gesagt, muss man sein, wenn man sich Innenarchitekt nennen möchte. Was aber die Architektenkammer genau ist haben wir nicht erfahren, war uns aber auch noch nicht so wichtig zu wissen.
Als Student fand ich das dann ganz toll, schon mal „dazu“ gehören zu können und bin total verschüchtert zum ersten Mal zu einem Treffen der BDIA-Regionalgruppe in Düsseldorf gegangen. Man hat sich bei einer Firma getroffen, die mit Teppichböden handelt und hat dort einiges über die Herstellung und Verlegung von Teppich erfahren. Natürlich kannte ich von den etwa 30 Menschen keinen und bin nach der Informationsveranstaltung schnell wieder gegangen.
Trotzdem war für mich aber die Möglichkeit mehr über fachliche Themen zu erfahren sehr wichtig, weil das Studium im Praxisbezug wenig ausgeprägt war. Auch über berufliche Inhalte oder Abläufe wurde uns als Studenten nur wenig vermittelt. Z. B. haben wir nur ganz nebenbei von einer HOAI erfahren, nach der unser Honorar berechnet wird, aber wie man das macht brauchten wir wohl nicht zu wissen.
Nach dem Examen 1984 bin ich Mitglied im BDIA geworden, weil ich genau diesen Praxisbezug gesucht habe, der mir während des Studiums gefehlt hat. Zumindest, so meine Vorstellung, lerne ich andere Mitglieder (Innenarchitekten/innen) kennen und erfahre vielleicht mehr vom Berufsalltag.
Meine erste Mitgliederversammlung fand in Krefeld statt. Zum ersten Mal Teilnehmer im Kreis von BDIA-Innenarchitekten. Verstanden habe ich nichts.
Begriffe wie Landesbauordnung, Bauvorlageberechtigung, Architektengesetz war noch nicht Teil meines Vokabulars. Die ersten „Kollegen“-Gespräche waren dann auch sehr zurückhaltend, aber auch äußerst offen von Seiten der „älteren“ Mitglieder. Ich fand Antworten auf Fragen, die ich gar nicht stellen konnte, weil mir der Hintergrund gefehlt hat. Es war wohl die Möglichkeit, eben sich mit gleichgesinnten austauschen, um all das Erfahren können, was das Studium nicht vermittelt hat. Jetzt brauchte ich mich nur noch weiter engagieren und beharrlich sein. Heute nennt man das Netzwerk.
Mir wurde schnell bewusst, dass es nicht ausreicht als Innenarchitekt nur dabei zu sein. Mit dem Einsatz und der Leidenschaft, die im Interesse am Beruf steckt, wächst auch der Wunsch den Beruf zu stärken, ihn zu vertreten und nicht nur vertreten zu werden. Gestaltung ist unser Beruf, gestalten lassen wollte ich mich als Innenarchitekt aber nicht. Das musste und muss ich selber tun und dazu brauche ich einen starken Berufsverband und eine ebenso starke Architektenkammer, deren Teil ich als Innenarchitekt bin.

„Ich bin Mitglied im BDIA geworden, weil ich den Praxisbezug gesucht habe, der mir während des Studiums gefehlt hat. Ich fand Antworten auf Fragen, die ich gar nicht stellen konnte, weil mir der Hintergrund gefehlt hat.“
„Gestaltung ist unser Beruf, gestalten lassen wollte ich mich als Innenarchitekt aber nicht. Das musste und muss ich selber tun und dazu brauche ich einen starken Berufsverband“